Veränderungen

„Lola, ich muss dir noch was sagen…“

Ich hasse es, wenn meine Mutter so anfängt. Das heißt meist, dass irgendwas dramatischeres passiert ist. Sonst würde sie es einfach so erzählen.
Und sie erzählt.

Sie zieht dieses Frühjahr mit ihrem Freund zusammen. Sie, die mal gesagt hat, dass sie nie wieder mit einem Mann zusammen ziehen möchte. Sie haben eine gemeinsame neue Wohnung gefunden, die im April frei wird und dann wollen sie noch renovieren und dann einziehen. Gut, er scheint der Richtige zu sein. Meine Mutter ist ja auch förmlich aufgeblüht und genießt die Zweisamkeit sehr. Mich freut das auch.

Ich habe kein Elternhaus. Als Scheidungskind verliert man das. Und jetzt verliere ich noch die Wohnung, in der ich die schönsten Jahre mit meiner Mutter verbracht habe. Die Jahre, die unsere Beziehung gefestigt und freundschaftlicher gemacht hat. Die Wohnung, in der ich noch ein Zimmer habe. Hatte, denn die ersten Möbel sind schon zum Sperrmüll gewandert. Zwar belächele ich es auch immer, wenn ich höre, dass andere noch viele Dinge in ihrem Elternhaus haben. Alte CDs oder Bücher, Spielzeug oder so. Ich habe das nicht. Keine Vergangenheit, keine Erinnerungen daran. Und da ich schon immer unter einem Wegwerf-Wahn litt, habe ich damals (als das Haus der Eltern entrümpelt wurde) weggeworfen. Und bereut. So bei einzwei Dingen zumindest.

Solche Dinge sage ich meine Mutter nicht. Es würde ihr das Herz brechen. Und sie würde sich unnötige Gedanken machen und mit einem unguten Gefühl umziehen. Das möchte ich nicht. Ich möchte, dass sie sich auf das Zusammenleben und die neue Zeit freut. Weil ich ja selbst weiß, wie schön das ist. Veränderungen müssen sein. Ich schau nach vorn.

mein neues Büro

Seit dem 1. Januar habe ich einen neuen Job und somit auch ein neues Büro. Das Büro be“wohnte“ vorher ein Mann, der das wohl ziemlich verwahrlosen hat lassen. Zudem kam noch, dass er Alkoholiker ist und sein Büro wohl auch als Vorratslager diente. Einige Monate lang hat man versucht, ihm eine Chance zu geben, nun ist er aber gekündigt und ich die Neue.

Weil ich wirklich sehr nette Kollegen habe, haben die die Weihnachtsruhe genutzt und das Büro leer geräumt. Ich habe Andeutungen mitbekommen, wie es ausgesehen hat und ich bin froh, dass ich es nicht selbst sehen musste. Zum Einstand habe ich dann übrigens noch ein Alpenveilchen bekommen (die ich zwar nicht so toll finde, aber die Geste fand ich trotzdem sehr lieb). Ein Alpenveilchen und ein leeres Büro. Tisch, Stühle, ein Wandschrank, ein Sideboard. Es hallt im Büro, wenn ich spreche.

So nach und nach wird es fast wohnlich. Ich selbst habe ein paar Dinge dazu beigesteuert, aber es gab auch noch Geschenke.

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Die Priemel (wieder eine Blume, die ich mir selbst niemals kaufen würde) ist so ein Geschenk, von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter, ein ganz lieber Opi. Die Kuh sind eigentlich Post-Its, ein Geschenk von einer Kollegin (und sie hat es widerum als Werbegeschenk bekommen) und das Duftzeugs mit Hölzern habe ich gekauft. Das Büro stank nämlich undefinierbar. Zuerst dachte ich, es wäre der uralte Teppich, der die Gerüche der letzten 35 Jahre abgibt. Dann aber musste ich erfahren, dass der Teppich erst anderthalb Jahre alt ist und noch gar nicht so viel erlebt hat. Na gut. Ist mir auch egal, hauptsache, ich kann das irgendwie ändern. Jetzt riecht mein Büro nach weißem Tee süßlich, aber sehr angenehm und die Frauen um mich herum sind entzückt.

Dazu habe ich noch eine Orchidee und eine größere Grünpflanze dazu gestellt und ich habe noch einen Kalender mit schönen Motiven bekommen. Es hallt immer noch und ich werde mir für die weißen Wände noch mindestens ein Wand-Tattoo (Vorteil: keine Löcher in den Wänden) besorgen, damit es ein bisschen freundlicher aussieht. Der Hausmeister hat heute dafür gesorgt, dass die Bürotür nicht mehr klappert (der hat irgendwas in die Dichtung geklebt).

Ich bin 40 Stunden in der Woche im Büro, arbeite mich in die neue Aufgabe ein und erfreue meine Kollegen mit meinem Fachwissen. Sie sind froh, dass ich da bin und die Zeit des Chaos ein Ende hat. Und ich bin froh, dass ich da bin.
Arbeit muss ja auch Spaß machen. Ich hoffe, dass es lange gut bleibt.

chatterbox (11 Fragen)

Ich soll 11 Fragen beantworten. Bitte sehr, mach ich gern (ich alte Plaudertasche):

1. Welches Land oder welche Stadt würdest furchtbar gerne einmal besuchen? Schweden, Stockholm
2. Auf was freust du dich 2012? wie jedes Jahr: den Sommer!
3. Welches Buch hast du zuletzt gelesen? Ich lese gerade: „Entschuldigen Sie meine Störung“ von Jan Uwe Fitz
4. Du bist im Kino. Süßes oder salziges Popcorn? Schokolade oder Chips. Ich mag Popcorn nicht besonders gern.
5. Angenommen jemand schenkt dir 1000€ mit der Bedingung, dass du sie gleich heute ausgeben musst; wofür gibst du sie aus? Schuheschuheschuhe. Oder ich geh ins Reisebüro. Viel bessere Idee: also, eine Reise!
6. Glaubst du an übernatürliche Phänomene? Nein
7. Twilight oder Harry Potter? Harry Potter
8. Was würdest du tun, wenn du einen Tag lang unsichtbar wärst? ich würde mich zu meinem ehemaligen Chef ins Büro setzen
9. Was liegt gerade links von dir? ein Sofakissen
10. Welcher ist dein absoluter Lieblingsfilm? My Blueberry Nights
11. Was war das beste Geschenk, das du je erhalten hast? Eine Trampolinstunde bei einer echten Trampolin-Sprung-Weltmeisterin

So, genug geplaudert. Da ich ein Faulpelz und überhaupt nicht neugierig bin, belasse ich es dabei und stelle selbst keine Fragen.

Der Single-Samstag

Der Liebste ist unterwegs, mit seinen Jungs Fußball spielen und später noch Fußball gucken und so hab ich den ganzen Nachmittag und frühen Abend für mich allein. Und das ist auch mal gar nicht schlecht. Ich weiß noch, wie das früher war. Auch als Single habe ich den Samstag immer sehr geliebt.

Nach einem ausgiebigen Badezimmerbesuch (Kur, Peeling, Maske usw) konnte ich durch die Stadt schlendern. Ein bisschen Obst kaufen, die Drogerie plündern, ein Coffee to go und dann noch Blumen kaufen. Samstage sind Blumentage. Der Adventskranz ist weg, der Weihnachtsstern lebt zwar noch, steht jetzt aber zwischen den anderen Topfpflanzen auf der Fensterbank. Für unseren Esstisch wollte ich neue Schnittblumen. Tulpen oder Narzissen gibt es zwar schon, finde ich aber auch noch etwas früh.

Rosen gehen immer.

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Hach, ich mag Rosen. Weiße Rosen besonders. Hier noch mit zartem Rosa. Schön.

Und jetzt liege ich auf dem Sofa, schaue amerikanische Serien und lackiere mir die Fingernägel. Gleich gibt es noch KekseOrangen.

So ein Samstag gefällt mir. Bummeln, einkaufen, ein bisschen aufräumen, fernsehen. Kaffee trinken, entspannen. Wunderschön. Sonntage fand ich früher übrigens nicht so toll. Mittlerweile schon. Sonntags machen wir einen Ausflug. Das ist auch gut.
Und ich freu mich, wenn heute Abend der Liebste wieder nach Hause kommt.

schöne Zweisamkeitsmomente

Zusammenleben ist schön. Das finde ich zumindest. Mein Lieblingsmoment (da hab ich zwar mehrere von, aber das ist jetzt nicht wichtig), also mein Lieblingsmoment am Tag ist, wenn der Liebste und ich uns abends im Bad gemeinsam die Zähne putzen und dazu zur Radiomusik durch Bad und Flur wackelntanzen. Radio deshalb, weil man dann nicht beeinflussen kann, was dann läut. Wie Menschen ohne Radio im Bad existieren können ist mir ein Rätsel.

Zusammenleben ist schön.

die Zeiten ändern sich

In meinem Fall der morgendliche Ablauf, der minutengenau abgestimmt war und hervorragend klappte. Es sah so aus:

Ich stehe auf, gehe duschen, dann in die Küche. Kaffee für den Liebsten und mich kochen, dem Liebsten ein Glas O-Saft eingießen und zwei Marmeladentoasts für mich schmieren. Selbst frühstücken. Bei meinem vorletzten Bissen Toast kommt der Liebste rein, schüttet sich Cornflakes oder ähnliches in eine Schüssel und setzt sich an den Küchentisch, während ich aufstehe und mir mit viel Liebe Brote für die Arbeit schmiere. Dann frühstückt er weiter und entschwinde zur zweiten Runde ins Bad (Haare föhnen, schminken usw) Wenn ich da fertig bin, ist er auch mit seinem Frühstück fertig. Er geht ins Bad, ich fahre zur Arbeit.

Neues Jahr, neuer Job, neuer Morgen. Denn ich kann etwa 20 Minuten länger schlafen, was ich zwar ganz fabelhaft finde, aber auch dazu führt, dass der Liebste und ich jetzt gleichzeitig die Küche betreten. Jetzt kocht er zwar auch mal den Kaffee, aber so generell stehen wir uns nur im Weg rum, wollen zeitgleich an den Kühlschrank und sind noch viel zu müde für eine ausgewogene Kommunikation. Überhaupt sind wir zwei Morgenmuffel. Mrgnmffl. Wir legen keinen Wert darauf, mit dem anderen zu frühstücken. Am Wochenende sieht das anders aus, da sind wir wach und haben Zeit. Da liebe ich Frühstücken. Unter der Woche aber ist es reine Energiezufuhr.

Mal schauen, ob wir es schaffen, dass wir den morgendlichen Ablauf bald reibunglos hinbekommen. Und sonst aber auch: schon jetzt wieder aufs nächste Wochenende freuen.

- 4500

Im Sommer musste ich beim Arzt auf die Waage (habe keine eigene) und sprang fast wieder runter. Ich hatte zwar bemerkt, dass ich zugelegt hatte, aber das war schon eine Zahl, dass mir fast schwarz vor Augen wurde. Ich war wohl in die klassische Pärchenfalle getappt. Endlich lohnt sich das kochen. Und soll ja auch schmecken. Und wenn der Liebste sich nachts noch einen Döner holt, dann kann ich das doch auch.

Heute musste ich wieder auf das Foltergerät. 4,5 Kilo weniger. Das ist wieder in etwa das Gewicht, bevor wir zusammen gezogen sind. Und es hat gar nicht weh getan. Natürlich musste ich mir Leckereien verkneifen. Kuchen, Schokolade, Chips und Döner. Aber ich habe nicht gehungert oder extrem viel Sport getrieben, sondern einfach versucht, die Sünden durch gesunde Dinge zu ersetzen. Wenn ich also ausgehungert nach Hause komme, dann greife ich nicht (nicht jedesmal) zur Schokolade, sondern versuche einen anständigen Ersatz zu finden.

Der Vorsatz für 2012 ist somit natürlich auch klar: mindestens das Gewicht halten, lieber noch ein paar Kilos mehr runter kriegen. Grundsätzlich sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, denn a) schaffe ich es dank der neuen Arbeit es jetzt zweimal in der Woche zum Zumba und b) hat der Liebste sich auch vorgenommen, ein bisschen was abzunehmen und gesünder zu essen. Da ich ja den Kochlöffel schwinge (meist jedenfalls), habe ich es ja auch in der Hand. Ich muss jetzt nur noch mehr Rezepte finden, die mich (und vor allem den Liebsten) überzeugen und die dazu noch gesund und leicht sind. Für mehr Abwechslung auf dem Teller. Wer mir helfen mag: her mit den Rezepten!

die Sache mit der roten Unterwäsche

Im Dezember 2005 hörten eine Freundin und ich von dem spanischen Brauch, in der Silvesternacht rote Unterwäsche zu tragen, damit man im folgenden Jahr Glück in der Liebe hat.

Wir lachten darüber und hatten 2006 das Liebes-Katastrophen-Jahr schlechthin. Im Dezember 2006 kauften wir gemeinsam rote Unterhosen und tragen sie seitdem in der Silvesternacht. Und trotz kleinerer Desaster kann ich sagen: liebestechnisch war es nie wieder so schlimm wie 2006. Und deshalb trage ich sie auch heute Nacht wieder. Man kann ja nie wissen.

Euch allen eine traumhaft schöne Silvesternacht! Und einen guten Start ins neue Jahr. Mögen 2012 all eure Wünsche in Erfüllung gehen!