Geständnis

19. Dezember 2009

Dass mein Liebster einen Adventskalender für mich gemacht hat, das habe ich ja schon erwähnt. Darin befinden sich wunderbare Kleinigkeiten. Da war ein Schlüsselanhänger, Süßigkeiten, ein Ausstechförmchen für Plätzchen und vieles mehr. An manchen Tagen bekomme ich von ihm das Geschenk in „elektronischer Form“. Das heißt, ich bekomme eine Mail mit einer mp3, entweder schickt er mir ein Lied oder er hat für mich einen Text eingelesen. Das freut mich dann immer besonders, weil ich es liebe, wenn er mir vorliest. Nahezu jeden Abend telefonieren wir noch und er liest mir zum Einschlafen vor.

In meiner „elektronischen Adventspost“ war ein Text dabei, den will ich euch nicht vorenthalten

Geständnis

Ich habe ein großes Gefühl für Dich.
Wenn ich an Dich denke,
gibt es mir einen Schlag.
Wenn ich Dich höre,
gibt es mir einen Stoß.
Wenn ich Dich sehe,
gibt es mir einen Stich.
Ich habe ein großes Gefühl für Dich.

Soll ich es Dir vorbeibringen
oder willst Du es abholen?

(Robert Gernhardt)

2009, ein Jahr

17. Dezember 2009

Vorherrschendes Gefühl für 2009?

Verwirrung und Chaos

2009 zum ersten Mal getan?

einen Lola-Eintrag geschrieben

2009 nach langer Zeit wieder getan?

richtig krasse Schmetterlinge gefühlt

2009 leider gar nicht getan?

Mit einer handvoll Freunden zum See fahren. Mit Zelten und Lagerfeuer und so. Hoffentlich klappt das nächsten Sommer wieder.

Wort des Jahres?

Herzklopfen

Zugenommen oder abgenommen?

Abgenommen.

Stadt des Jahres?

Die in der ich wohne

Alkoholexzesse?

Nur wenige. Zwei ungefähr.

Haare länger oder kürzer?

Kürzer

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?

Leider noch kurzsichtiger geworden.

Mehr ausgegeben oder weniger?

mehr.

Höchste Handyrechnung?

80 €. Das war der Monat als ich den Liebsten kennen lernte.

Krankenhausbesuche?

Einmal eine Freundin besucht

Verliebt?

Schon fast zu oft. Und dann einmal richtig.


Most called person?

der Liebste

Die schönste Zeit verbracht mit?

dem Herzmann und meinen Mädels.

Die meiste Zeit verbracht mit?

Nach langem Überlegen: die Kollegin, mit der ich mein Büro teile. 40 Stunden die Woche, minimum.

Song des Jahres?

She is Love (von Oasis)

Buch des Jahres?

Ach…herrje…da gab es einige. Love is a Mixtape vielleicht.

TV-Serie des Jahres?

Gossipgirls

Erkenntnis des Jahres?

Alles wird gut ;)

Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress bei der Arbeit, eine Blitz-OP Anfang des Jahres am Kopf (aber nur ambulant, nichts Wildes) und eine Menge Herzchaos.

Schönstes Ereignis?

Der Ausflug nach Nürnberg

2009 war mit einem Wort?

merkwürdig

(via)

prämiert

16. Dezember 2009

Gestern Nachmittag saß ich alleine in meinem dunklen, kalten und trostlosen (meine Kollegin hat schon Urlaub, der Azubi hatte Schule) Büro und wusste vor Arbeit kaum wo ich anfangen sollte. Gerade als ich vertieft war in einem Stapel unsortierter Unterlagen kam mein Chef reingeschneit und hielt einen Briefumschlag in meine Richtung. „Hier, Lola. Ich hab hier was für dich“ Na super, sieht er nicht, dass ich beschäftigt bin? „Leg mal aufn Tisch, kümmer ich mich später drum.“ Er tats, ging und drehte sich an der Tür noch mal um. „Vergiss den Umschlag nicht. Er ist für dich.“ Tür zu. Einatmen. Ausatmen. Nerven beruhigen. Natürlich ist der Umschlag für mich, jede Post auf der mein Name steht ist für mich.

Den Stapel mit den Unterlagen schob ich auf den Tisch und schaute den Umschlag an. Handgeschrieben stand mein Name darauf. Die Schrift des Geschäftsführers. Ich riss den Umschlag auf. „Sehr geehrte Frau Plausch, blablabla, wirtschaftlich schwierige Zeiten, blabla, Anregungen, Ideen, Kompetenz, Freundlichkeit, blabla, zusätzliche Projekte erfolgreich durchgeführt, bla, einmalige Sonderzahlung. Bla.“

Perplex starrte ich auf den Text und eine grotesk hohe Zahl. Also, zumindest höher als ich es jemals erwartet hätte. Da hat sich die ganze Plackerei im Laufe des Jahres doch gelohnt. Glaubt man ja kaum.

Jetzt kann der Urlaub wirklich kommen, nur noch ein paar Tage schuften, dann habe ich 15 Tage frei. Werde schlafenschlafenschlafen und mit dem Liebsten viel Zeit verbringen. 2009 ist schon fast vorbei. Endlich.

Herr Zweifel

14. Dezember 2009

Herr Zweifel, das Arschloch, ist wieder bei mir eingezogen. Und scheinbar hat er noch Geschwister mitgebracht. Frau Unsicherheit und Frau Angst.

Meint er wirklich mich? Was findet er an mir? Mache ich nicht immer so viel falsch? Und bin ich ihm nicht viel zu chaotisch? Nerve ich ihn vielleicht? Schreibe ich zu viel? Und rede ich zu viel? Warum lacht er manchmal über meine Witze und dann kommt wieder kaum eine Reaktion? Warum ist er in einem Moment so wunderbar und voller Liebe und dann wieder kurz angebunden und einsilbig? Kann er es dauerhaft ertragen, dass ich so schusselig bin? Wird ihm die Distanz irgendwann zu groß? Nerve ich ihn? Nerve ich ihn? Nerve ich ihn?
Bin ich gut genug für ihn?

Wenn ich dann so darüber nachdenke, dann kann ich kaum glauben, dass ich normalerweise ein Mensch bin, der vor Selbstbewusstsein strotzt und von sich selbst überzeugt ist. Plötzlich bin ich so unfassbar klein. Und die Angst, ihn zu verlieren, ist dagegen riesengroß. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine solche Angst hatte, jemanden zu verlieren.

Mein Exfreund sagte mal „Vielleicht haben wir irgendwann nur noch geredet, aber nicht miteinander gesprochen.“ Wenn das so sein sollte, dann möchte ich diesen Fehler nicht wiederholen. Der Engel auf meiner Schulter sagt also „Sprich mit ihm. Sag ihn was dich quält!“ Der Teufel auf der anderen aber, der ist anderer Meinung: „Bist du verrückt? Du wirst ihn nur noch mehr nerven. Er wird denken, dass du nicht mehr ganz dicht bist!“

Der Engel gewann, ich gestand ihm meine Angst, ihn zu verlieren. Er hielt mich für verrückt, aber scheinbar mag er es, wenn ich verrückt bin. Und dann gestand er mir, dass er auch manchmal so denkt. Dass er sich auch fragt, was ich denn ausgerechnet von ihm wolle. Natürlich beruhigt es mich. Natürlich freut es mich auch, dass er so offen zu mir ist und mich versteht. Ich kann durchatmen. Ich sollte Zweifel, Unsicherheit und Angst wirklich mal in die Wüste schicken und mich endlich entspannen. Doch so sehr ich es versuche, sie kehren immer wieder zu mir zurück. Sitzen neben mir auf dem Sofa, während ich auf eine Nachricht von ihm warte und E-Mails Wort für Wort auseinandernehme. Ich werd noch verrückt mit den Dreien. Verdammt.

ver.netzt

10. Dezember 2009

Das Internet überwindet Distanzen. 420 Kilometer liegen zwischen dem Liebsten und mir, aber dennoch können wir uns regelmäßig zumindest sehen. Ach schau, die Haare sind kürzer und du hast einen neuen Pullover. Überbrücken von Sehnsucht. Und diese ganzen Netzwerke. Mal eben schnell gucken, was alle so machen, ob es was Neues gibt. Informationen finden blitzschnell ihren Weg über den gesamten Erdball. Das Internet.

Neulich las ich einen Artikel darüber, wie schwer es aufgrund dieser ganzen Vernetzung oft für Menschen sei, von anderen loszukommen. Expartner. Denn während man sich ja im normalen Leben vielleicht erst einmal eine Weile aus dem Weg geht und versucht, sich selbst wieder einigermaßen auf die Reihe zu bekommen, so bietet das Internet schon fast zu viele Möglichkeiten, immer auf dem laufenden zu bleiben. Konsequenterweise müsste man nach einer Trennung den Ex-Freund direkt aus sämtlichen Freundeslisten werfen und beide sollten ihre Profile auf „privat“ stellen. Denn irgendwann kommen neue Bilder, neue Menschen, ein Status, der jedem zeigt, dass der andere (wieder) glücklich ist. Und so etwas kann weh tun.

Auch ich bin Mitglied in dem ein oder anderen Netzwerk und auch mein Exfreund ist in meiner Freundesliste. Ja, ich schaue ab und an auf sein Profil. Nicht täglich, aber regelmäßig. Ich schaue, ob es Fotos von ihm gibt und hoffe tief in mir, dass er glücklich wird. Weil mein Netzwerkstatus „in einer Beziehung“ bzw. „vergeben“ ihn verletzt hat. So ein Netzwerkding verrät viel. Und überhaupt, manchmal kann man ja regelrecht spionieren. Dank last.fm weiß ich zum Beispiel, wann mein Liebster zuhause ist und Musik hört. Jetzt ist mir das relativ schnuppe und ich kann auch damit leben, wenn er sich nicht sofort bei mir meldet, sobald er seine Wohnung betreten hat. Aber ich kann mir vorstellen, dass das Internet manche Menschen dazu bringt, nur noch davor zu hängen um zu schauen, was andere so treiben. Das ist doch verrückt.

Meine Profile sind überall gesperrt, nur die Personen auf meinen Freundeslisten können sie sehen. Immerhin, fremde Menschen können nicht ständig sehen, wie es mir geht und was ich so mache. Das wäre ja auch noch schöner. Aber auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass Dinge, die ich geschrieben habe, vollkommen falsch aufgefasst wurden. Kleine Scherzereien wurden zum Beispiel von Unbeteiligten als wilde Flirts ausgelegt.

Das Internet überbrückt Distanzen. Aber es schafft auch welche. Weil man sich nicht mehr die Zeit nimmt, um über Dinge zu reden oder mal ordentlich nachzudenken.
Fast kurz davor, mich bei allen Netzwerken abzumelden, sehe ich über last.fm, dass der Liebste ein Lied spielt, was mich an ihn erinnert. Ich bleibe. Solche Augenblicke würden mir fehlen.

Winterlicht

8. Dezember 2009

Ich bin kein großer Winterfreund. Zu kalt, zu nass, zu dunkel. Ja, Weihnachten mag ich, aber diesen ganzen Schnickschnack drumherum beobachte ich eher mit Skepsis. Meine Wohnung ist nicht weihnachtlich dekoriert, weil eh alles nur einstaubt und für den Weihnachtsmarkt ist mir das Wetter meist zu regnerisch. Der Dezember ist immer noch erträglicher als der November. Immerhin ist ja Weihnachtsmarkt, und überall sind Lichter, das macht es alles schöner.

Zwei Freundinnen von mir und ich boten gestern Abend dem Winterblues die Stirn. Während draußen der Regen gegen die Fensterscheibe schlug, saßen wir in einer muckeligen Altbauwohnung (mit wunderschönem Holzfußboden, ich bin ein bisschen neidisch) in einer Küche, tranken Milchkaffee, aßen unseren Lieblingssalat von unserem Lieblingspizzaboten und buken Plätzchen. Blecheweise. Wir verzierten jeden einzelnen Keks mit so viel Liebe und Kreativität, dass wir stundenlang daran saßen. Aber das war egal. Wir kicherten, naschten Teig, sangen Weihnachtslieder und hatten Milchschaumbärte.

Abende mit guten Freundinnen. Viel zu selten. Aber immer wieder wunderbar.

Toothpaste Kisses

6. Dezember 2009

Photobucket

Cradle me
I’ll cradle you
I’ll win your heart
with a woop-a-woo
pulling shapes just for your eyes
so with toothpaste kisses and lines
I’ll be yours and you’ll be

Lay with me, I’ll lay with you
we’ll do the things that lovers do
put the stars in our eyes
and with heart shaped bruises
and late night kisses
divine

(The Maccabees)

wild|romantisch

2. Dezember 2009

Im Winter träume ich oft vom Sommer und male mir die Zeit stundenlang aus. In meinen Sommertagträumen habe ich immer enorm viel freie Zeit, es scheint immer die Sonne und ein wenig erinnert alles an Fatih Akin-Filme. Sommer ist Freiheit. Sommer ist eine wildromantische Zeit. Und die Sommerträume sind es erst recht. In meinen Sommerträumen fahre ich mit dem Liebsten bei geöffnetem Fenster über leere Landstraßen, die Haare flattern im Wind, wir tragen Sonnenbrillen, hören laut Musik, die Haut ist gebräunt und riecht nach Sonne. Diese leere Landstraße führt zum Meer, zu einem – natürlich menschenleeren – Strand. Und dort sind dann der Liebste und ich, allein, schwimmen im Meer, laufen barfuß durch den warmen Sandd, machen Abends ein Lagerfeuer und übernachten unterm Sternenhimmel in den Dünen. Der Geschmack von Salzwasser auf der Haut. Der Sonnenuntergang. Der Sternenhimmel.

Die Wirklichkeit – man kennt das ja – sieht dann oft doch etwas anders aus. Die Landstraßen und Strände sind eher selten leer. Dafür regnet es dann. Lagerfeuer ist eh verboten. Beim Übernachten in den Dünen (verboten) ist dann zu viel Sand im Schlafsack. Nachts wird es schweinekalt. Um mit dem Auto in wärmere Gefilde zu fahren, muss man mittlerweile fast Millionär sein und definitiv viel mehr Urlaubstage haben als ich.

Ich habe mit dem Liebsten noch keinen Sommer verlebt, weiß gar nicht, was er da für Vorstellungen hat. Es sind ja auch noch Monate, wer weiß, was bis dahin alles so ist. Aber träumen werd ich weiterhin. Vom Sommer voller wilder Romantik.

Ein neues Kleid

30. November 2009

Nicht erschrecken, Lola hat nur ihr neues Weihnachts-Kleid an. Wegen Advent und so. Was dann im neuen Jahr getragen wird? Abwarten.

Christkindles-Markt

30. November 2009

„Lola, aufwachen…“ Ich blinzele etwas verschlafen und dann Richtung Wecker. 9:30 Uhr. Der Mann neben mir, der eigentlich König der Langschläfer ist, grinst unverschämt. Warum weckt er mich? Brennt das Haus? Aber dann würde er ja sicherlich nicht so ruhig neben mir liegen. Und es riecht auch nicht nach Feuer. Es riecht nach Kaffee. Ich werde morgens geweckt und mir wird Kaffee ans Bett gebracht. Letzteres gefällt mir sehr, ersteres verwundert mich immer noch.

„Jetzt frühstücken wir in Ruhe und machen uns fertig. Und dann machen wir einen Ausflug.“ Oho…ich liebe Ausflüge. „Wohin?“ Ich bin so neugierig. „Überraschung. Aber ich weiß, dass du da schon immer mal hin wolltest. Und wir fahren eine kleine Weile.“
Hachzhachz, ich verfalle in Schnappatmung. Leicht hysterisch klammere ich mich an meine Kaffeetasse. Ich weiß sofort, wohin wir fahren werden, weil wir letzte Woche darüber geredet haben. Meine Augen glitzern. Wir fahren nach Nürnberg! Zum Christkindles-Markt! Traumhaft. Ich liebe Weihnachtsmärkte. Glühwein, gebrannte Mandeln, Weihnachtsgeruch. Wunderbar.

Nach einer Vorbereitungszeit geht es dann los. Ich war noch nie in Nürnberg und die Stadt allein ist meiner Meinung nach schon eine Reise wert. Wir hatten dazu noch schönes Wetter, ein perfekter Tag. Die Altstadt ist schön und schnuckelig. Wir sind dann zur Burg hochgeklettert und haben den wunderschönen Ausblick und den Sonnenuntergang genossen. Der Aufstiegt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich mag so wunderschöne alte Städte mit kleinen Gassen, bunten verzierten Häusern und Kopfsteinpflaster. Nürnberg ist so eine Stadt und hat sofort mein Herz erobert.

Später sind wir dann zum eigentlichen Weihnachtsmarkt gegangen und ich habe gebrannte Mandeln und Heidelbeer-Glühwein bekommen. Heidelbeer-Glühwein gibt es in meiner Stadt so nicht, ist aber seeeehr lecker. Da musste ich gleich noch einen trinken. Hätte durchaus auch noch einen Dritten schmackhaft gefunden, aber ich glaube, dann hätte der Liebste mich volltrunken zum Auto tragen müssen. Das wollte ich dann lieber doch nicht riskieren. Ansonsten war der Christkindles-Markt (dachte bis dahin immer, dass er Christkindl-Markt heißt, man lernt nie aus…) hauptsächlich: voll. Menschenmassen schoben sich da durch, Platzangst darf man keine haben. Dadurch verliert das Ganze dann schon etwas an Reiz. Es ist zwar auch alles sehr schön, aber dass er so beliebt ist und die Touristen deswegen massenweise in die Stadt strömen, kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

Aber nach Nürnberg fahre ich gern noch mal. Gern auch mit dem Liebsten, so einen wunderschönen Ausflug können wir wiederholen. Und als ich gestern dann wieder Richtung Heimat aufbrach, da reichte er mir eine Geschenktüte mit 24 kleinen Päckchen. Grinsend schaute er dabei auf den Karton, den ich ihm mitgebracht hatte. In einigen Dingen ticken wir wirklich verdammt gleich.