God Save The Queen

God Save The Queen

Der europäische Hochadel…ich kenn sie alle! Ich liebe die Geschichten über Könige, Prinzessinnen und sogar Herzogen und mag diesen ganzen royalen Klatsch und Tratsch. HERRLICH. Manchmal wünsche ich mir auch, in einer Monarchie zu leben. Ein Könighaus statt einem Bundespräsidenten. Das hätte was.

Heute hat die Queen ihr 60. Thronjubiläum. Als der Liebste vom Sport kam, saß ich eigentlich gerade im Arbeitszimmer und sortierte für den Umzug Unterlagen, mistete aus und heftete Sachen ab (brav) und hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass heute die Schiffsparade auf der Themse im Fernsehen gezeigt hat. Doch der Liebste schaltete zielsicher dazu ein. Das kann Gründe haben. Vielleicht war es Zufall. Vielleicht steht er heimlich auch auf den europäischen Hochadel und wollte gern wissen, was Kate für ein Kleid an hat. Vielleicht wollte er auch nur mir einen Gefallen tun.

Sämtliche Belege sind mir jetzt egal (ich bin auch soweit fertig mit dem Krams und nehme mir erneut vor, immer alles sofort abzuheften und nicht monatelang einfach nur ins Regal zu werfen), ich werde jetzt weiter den Worten der ARD-Adelsexperten lauschen. Adelsexpertin! Das wäre ja auch noch ein Job für mich. Dass ich dafür bezahlt werde, noch mehr über die ganzen Adelshäuser zu erfahren und darüber zu reden. Ein Traum.

Kates Kleid ist übrigens rot und sieht ganz bezaubernd an ihr aus (und ich will gar nicht wissen, wie schweinekalt ihr sein muss!)

sweet little feet

sweet little feet

Ich glaube, meine Füße schrumpfen. Früher hatte ich immer Schuhgröße 39 und das war sogar manchmal schon knapp. Dann passte 39 immer wie angegossen, dann hatte ich vereinzelt mal ein Paar in 38 und mittlerweile passt 38 oft besser.

Was ist da los? Fängt das mit dem Kleinerwerden im Alter bei mir an den Füßen an? Gab es Anpassungen bei den Größen? Oder ist das ein mieser Trick der Schuh-Industrie, damit ich mir noch mehr Schuhe kaufen muss? Das wäre bei mir ja eigentlich gar nicht nötig gewesen…

(Nein, nur Sommer-Sneakers! Die kosteten auch nur 13,- € das Paar! Da musste ich mir einfach gleich zwei Farben gönnen…hust.)

die Wochen davor

die Wochen davor

- die ersten Kisten packen (bestimmt auch mit Dingen, die man dann doch noch mal benötigt)
- die Vormieterin hassen, weil sie die Wohnung in einem Zustand zurückgelassen hat, den man am besten mit “Unter aller Sau” umschreiben kann
- ausmisten
- Listen schreiben, was noch zu tun ist (Telefon ummelden steht ganz oben)
- hoffen, dass wenigstens die Handwerker so schnell arbeiten, dass man nicht in eine halbfertige Wohnung einziehen muss
- online schon mal nach Gardinen schauen
- und einen neuen Schrank wollten wir uns ja auch noch kaufen…

- kleinere Verzweiflungsanfälle ignorieren

Alles wird gut.

Patchworkdings

Patchworkdings

Der Liebste meine Mutter (nächste Woche ziehen sie zusammen) hat eine leibliche Tochter – die lustigerweise so heißt wie meine Schwester – und einen Stiefsohn. Dieser Stiefsohn ist zwei Jahre jünger als ich und (das erzählte mir meine Mutter ganz lässig nebenbei am Telefon) ein Mallorca-Schlagersternchen. Ich dachte hoffte erst, ich hätte mich verhört, aber es ist tatsächlich so, dass der junge Mann auf Mallorca schon recht bekannt ist und dort regelmäßig mit seinen “Hits” auf der Bühne steht. Aber auch in Deutschland kann man ihn sehen, weil er hier manchmal über die Stadtfeste tingelt.

Während mein Herz für etwa fünf Minuten aussetze und meine Mutter fröhlich weitererzählte, als sei es ganz normal, dass 27jährige ihr Gehirn verlieren und Mallotze-Songs schreiben, griff ich zu meinem Laptop und googlete ihn. Und es ist wirklich schlimm. Er ist 27 (oder vielleicht schon 28) und sieht aus wie ein 40jähriger Dorfproll. Entsetzt starrte ich auf die diversen Fotos und ersparte mir eine Hörprobe.

Eins steht fest: meine Mutter und ihr Liebster dürfen niemals heiraten. Erstens wüsste ich dann gar nicht die “Verwandtschaftsbezeichnung” (Stiefhalbbruder?), außerdem bestünde die Gefahr, dass er großzügig anbietet, den Entertainmentpart zu übernehmen. Glücklicherweise haben die beiden auch gar nicht vor, zu heiraten. Und eine Schwester reicht mir eigentlich auch…

no pink

no pink

Im frühen Frühling (März) verstärkte ich mein Sportprogramm und gehe seitdem mit meiner Lieblingskollegin regelmäßig laufen. Wir motivieren uns gegenseitig und bleiben am Ball. Das ist gut. Anständige Schuhe hatte ich mir direkt besorgt, ansonsten brauch man ja nicht viel. Eine lange Sporthose war vorhanden, Shirts und ein paar Kapuzenjacken (war zwischendurch ganz schön kalt) auch. Läuft.

Jetzt wurde es zwischendurch aber doch auch schon ganz schön warm. Selbstauferlegte Shoppingsperre hin – Sportspaß her. Mit Sport tu ich ja was Gutes für mich, da brauch ich auch Kleidung, die mir nicht die Sache noch schwerer macht. Ich bin einmal 5 Kilometer bei über 20° C in langer Hose gelaufen. Schön ist das nicht.

Glücklicherweise gibt es bei mir in der Nähe ein großes Sportgeschäft, die auch sehr günstige Sportsachen verkaufen. Also hin und gucken. Kurze Hosen und ein paar atmungsaktive Shirts. Dabei hatte ich konkrete Vorstellungen. Die Hose sollte aus einem eher festen Stoff sein (kein Sweatshirtstoff oder so) und Taschen haben. Taschen mit Reißverschluss, weil ich beim Laufen mein Smartphone dabei habe (wegen der App, die mitläuft) oder auch mal Schlüssel und Taschentücher. Und schlicht, schwarz oder grau zum Beispiel, damit man alles damit kombinieren kann.

Ich war guter Dinge und startete bei den Shirts. Pink. Pink. Pink. Rosa. Mal ehrlich, wenn ich laufe bekomm ich einen knallroten Tomatenkopf. Dann will ich nicht noch pink tragen. Na gut: ich will überhaupt nie pink tragen. Als Alternative fand ich noch schwarz, das will ich aber bei Sonnenschein auch nicht unbedingt anhaben. Hrmpf. Pink. Nein. Niemals.
Etwas unscheinbar, aber dann entdeckte ich zum Glück noch Shirts in anderen Farben. Türkis, lila, grau, grün, orange. Endlich! Grau und Türkis für mich. Pink! Pah!

Jetzt aber noch schnell ne kurze Hose. Erneute Frustration: nichts da, was mir gefällt. Ich seh mich einfach nicht in so super engen Lauftights. Womöglich noch mit einem Rock. Also belästigte einen jungen Verkäufer.

“Hallo, ich hätte gern eine kurze Hose, so zum Laufen.”
“Na klar, da haben wir ganz viel Auswahl, hier drü…”
“Sie sollte nicht aus so einem Sweatshirtstoff sein.”
“Ah, ja, ok. Dann…”
“Und nicht so enge Tights. Eher was weiteres.”
“Ähm…”
“Und mit Taschen! Und die sollen Reißverschlüsse haben!”
“Oh…”
“Und auf keinen Fall darf irgendwo was pinkes daran sein!”
“Sowas haben wir nicht…”

Natürlich. Irgendwann fand ich in der Herrenabteilung dann schlichte kurze Hosen,
mit Taschen (ohne Reißverschlüsse, aber so tief, dass ich meinen Krams darin einigermaßen sicher verstauen kann)
und für läppische 7 €. Da hab ich gleich zwei genommen. Und dann wurd es direkt wieder so kalt,
dass ich doch die lange Hose brauche. War ja klar.

Armer Vater…

Armer Vater…

…du wirst niemals sehen, wie ich hier in dieser Welt besteh.

Als ich 18 war – und eigentlich Jahre zu spät – hat sich meine Mutter von meinem Vater getrennt. Sie hat es gemacht, weil ich ihr mit 17 sagte, wenn wir nicht gemeinsam auszögen, würde ich alleine gehen.

Mein Vater ist Alkoholiker und mittlerweile glaube ich ein paar Jahre trocken. Ich glaube, ich weiß es nicht. Es interessiert mich auch nicht so wirklich, denn er ist im Laufe der letzten 20 Jahre vom Vater zum Erzeuger geworden. Es ist nicht so, dass er körperliche Gewalt angewendet hätte, nein. Körperlich hat er mir, uns, nichts getan.
Er hat alles verloren. Seine Frau, seine Kinder, seine Arbeit, seine Wohnung. Und seiner Mutter hat er immer erzählt, dass meine Schwester und ich ihm das Geld aus der Tasche ziehen, anstatt ihr zu gestehen, dass er arbeitslos und Alkoholiker ist. Dabei habe ich auf meinen Unterhalt freiwillig verzichtet und meine Schwester hat irgendwann einfach nichts mehr bekommen und dann ist meine Mutter dafür aufgekommen.

Wir telefonieren dreimal im Jahr – mein Geburtstag, sein Geburtstag, Weihnachten. Die Gespräche dauern meist kaum 60 Sekunden. Und ich habe ihn zuletzt im Dezember 2009 gesehen (weil meine Oma zu ihrem 80. darauf bestand, dass sie mit der ganzen Familie feiert). Er ist ein fremder Mensch für mich. Es gab Momente in meinem Leben, da hätte ich gern einen Vater gehabt. Und ich habe ihn wirklich gehasst. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und er ist mir nur noch egal.

Seit Anfang des Jahres hat er wieder einen Internetzugang und hat meiner Schwester und mir seine E-Mail-Adresse geschickt. Darauf haben wir nicht reagiert. Dann kam mal eine technische Frage, die wir knapp beantwortet haben. Und dann fiel ich beinahe vom Stuhl, als ich eine Facebook-Anfrage von ihm bekam. Ich habe ignoriert (kann ich total gut), meine Schwester hat sie angenommen und ihm sämtliche Rechte entzogen.

Vielleicht will er Dinge wieder gut machen. Vielleicht ist ihm aber auch nur langweilig und er hat mit Facebook ein neues Spielzeug gefunden. Wenn er was über mich wissen will, dann soll er mich fragen.

Ein Mann, ein fremder Mann, der nichts über mich und mein Leben weiß. Er kennt nicht mein Lieblingsessen, welche Musik ich mag, war nicht da, wenn ich Liebeskummer hatte oder ein Regal anbringen wollte. Er weiß nicht, welche Filme ich toll finde, was meine Lieblingsfarbe ist, dass ich toll Spaghetti kochen kann. Er weiß nicht, wo ich in den letzten Jahren im Urlaub war, welche Länder ich gesehen habe, dass ich mal Fußball gespielt habe und jetzt Zumba tanze.

Vorgestern kam eine Nachricht “Hallo Lola, wie geht es dir?” und ich antwortete gewohnt knapp, dass es mir gut gehe und ich eine Menge um die Ohren hätte. Und dann wiederholte er seine Facebook-Anfrage. Und meine Gedanken drehten sich im Kreis. Wenn er wirklich interessiert ist und einfach keinen anderen Weg weiß? Wenn er weiß, dass er was falsch gemacht hat und ihm langsam die Zeit davon rennt, sein Leben wieder anständig zu ordnen (ich denke mal, ein paar Jahre Alkoholismus werden nicht spurlos an einem vorübergehen). Soll ich mich jetzt wirklich quer stellen und ihm diese – letzte? – Möglichkeit verwehren? Werde ich es nicht irgendwann bereuen? Wenn es zu spät ist?

Ich merkte, wie eine alte Wut in mir hochkam, weil er mich dazu brachte, dass ich mir solche Gedanken mache. Und dann machte ich es meiner Schwester nach und nahm die Anfrage zwar an, entzog ihm aber direkt die Möglichkeit, das Profil wirklich zu sehen. Er sieht nicht mehr als vorher. Wenn er also nicht nur Facebookfreunde sammelt, dann muss er über seinen Schatten springen.

Der Sänger Olli Schulz schrieb mal das Lied “Armer Vater” von dem es bei YouTube leider nur eine mäßige Coverversion gibt. Armer Vater, du wirst niemals sehen, dass ich werde, wie du niemals warst…

Zukunftsgedanken

Zukunftsgedanken

Vor wenigen Wochen habe ich die Pille gewechselt (in der Hoffnung, dass sich meine Migräne verabschiedet), mit dem Resultat, dass ich dann vier Tage “überfällig” war. Ich war zwar ziemlich sicher, dass es nur an der neuen Pille lag, aber so 100 % Sicherheit hat man ja nicht. Zuerst war ich also recht entspannt, irgendwann merkte ich aber, dass meine Gedanken häufiger mal abschweiften und ich darüber nachdachte, wie es denn so wäre, wenn ich jetzt wirklich schwanger wäre.

Natürlich wäre es irgendwie nicht schlimm. Ich werde dieses Jahr 30, wir ziehen in eine größere Wohnung, arbeiten beide Vollzeit in unbefristeten Verträgen. Und trotzdem ist es noch nicht so der Zeitpunkt für uns. Ich selbst bin noch gar nicht sicher, ob ich überhaupt wirklich Kinder haben möchte – ich wechsele da fast täglich meine Meinung.

Vielleicht wäre es ganz gut, wenn es so ungeplant passiert. Dann ist es egal, ob man jetzt den perfekten Zeitpunkt (den es ja vermutlich eh nicht gibt) erreicht hat oder nicht. Dann muss man sich gar nicht groß Gedanken machen, weil Gedanken machen nichts ändert.

Doch jetzt bin ich erst mal nicht schwanger – und war zugegeben recht beruhigt und weniger traurig. Vielleicht nächstes Jahr.

kleine Geschenke…

kleine Geschenke…

erhalten die Liebe.

Eben hat der Liebste mir ein Buch geschenkt. Einfach so. Kein Valentinstag, kein Geburtstag, kein Jubiläum. Nichts. Einfach nur so. Ein klitzekleiner Teil von mir findet das ein klitzekleinwenig beschämend (Note to self: häufiger mal die Augen offen halten und an ihn denken) und fragt sich, womit ich das verdient habe, der größte Teil ist sprachlos vor Freude und weiß einfach, dass alles so ist, wie es sein sollte.

Glückl|ich.

try. and error.

try. and error.

Make Up. Heilige Sch…ach, ihr wisst schon. Ja, ich trage Make Up. Jeden Tag, außer wenn ich nicht das Haus verlasse. Meine zarte Haut neigt ja zu Rötungen in jeglicher Schattierung – heißes/scharfes Essen, Temperaturwechsel, in der Sonne sitzen, einmal kurz kratzen? Bing – ich bekomm rote Flecken. Um das ein bisschen zu kaschieren, trage ich Make Up. Dass mein Gesicht trotzdem oft tomatig ist könnte daran liegen, dass ich das Make Up nur dünn auftrage (ich will ja nicht, dass ich mein Gesicht unter der Spachtelmasse nicht mehr bewegen kann) oder, dass ich einfach das falsche Make Up gekauft habe (es war nicht das allerbilligste, immerhin).

Na gut. Vielleicht sollte ich ein Make Up kaufen, dass noch etwas deckender ist. Genug Auswahl gibt es ja, ziemlich ratlos stand ich in der Lieblingsdrogerie vor den Schminke-Unendlichkeiten und griff dann zu einem Produkt, dessen Preis mir fast den Atem raubte (naja, ging) und das sich selbst als deckend, aber natürlich anpries. 16 Stunden Deckkraft. Zudem soll es Grundierung und Farbe in einem sein, so strutzelt (das ist der Fachbegriff für das Geräusch) man einen weißen Wurm und einen Make Up-farbenen Wurm auf die Handinnenfläche, die vermischt man dann und dann rauf damit aufs Gesicht.

Soviel sei gesagt: die Deckkraft ist gigantisch. Ein orangener Clown schaut mich aus dem Spiegel an. Wieso wird etwas, was in der Handinnenfläche noch hellbeigesandfarben war, im Gesicht orange? Und was mache ich mit einem 13,- €-Klumpen davon? Ich kann es mit normaler Creme strecken und aufhellen, aber da büßt es enorm an dieser sagenumwobenden Deckkraft ein. Na super.

Jetzt frage ich mir: teste ich noch mal ein ganz anderes Make Up und hoffe, dass ich dieses Mal einen Treffer lande? Oder bleib ich bei meinem alten Produkt und lebe damit, dass es nicht so zufriedenstellend ist wie ich es gern hätte. Jemand Empfehlungen?